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Nachruf Maria Bauer

Wir halten für einen Moment inne um Norberts Mutter, Maria Bauer, zu gedenken.
Am 16. April 2026 haben wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte in Jetzelsdorf geleitet.
Geboren als Maria Wurst am 19.3.1938 in der kleinen Stadt Schrattenthal, wo sie auch ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Sie besuchte auch die Hauptschule in Pulkau, was zu dieser Zeit durchaus noch eine Seltenheit war. Die ca. 5 km Schulweg mussten allerdings zu Fuß bewältigt werden. Durch den frühen Tod ihrer Mutter, musste Maria bereits sehr jung im Haushalt aber auch in Landwirtschaft und Weinbaubetrieb anpacken.
Als es darum ging, den Führerschein zu machen, schöpfte sie aus dem Vollen und absolvierte nicht nur den für PKW sondern auch gleich den für Motorrad und LKW.
Anfang der 1960er Jahre, bei einem schicksalhaften Faschingsfest, traf sie auf Karl Bauer aus Jetzelsdorf. Maria trug als Verkleidung einen Hut mit Blitz und genau dieser hat dann bei den beiden eingeschlagen.
1962 wurde geheiratet und das gemeinsame Heim in Jetzelsdorf Nr. 34 bezogen. In den Betrieb mit Landwirtschaft, Weinbau, Schrotmühle sowie Getreide- und Landesproduktenhandel, aber auch Handel mit Südfrüchten wie Orangen und Bananen brachte Sie sich mit voller Energie ein. Auch die Erfahrung der Eigenvermarktung von Flaschenweinen aus ihrer Heimatstadt Schrattenthal, setzte sie gemeinsam mit Karl ab 1963 um. Davor waren im Pulkautal Fassweine üblich.
1963 kam Tochter Gabriele zur Welt und an Marias 27. Geburtstag, 1965, erhielt sie mit Norbert ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk.
Die Familie und ihre Kinder waren Maria immer besonders wichtig, aber auch ihre Blumen und den Garten liebte sie sehr. Sie war ausgesprochen reiselustig und träumte immer von einer Weltreise und vom Fliegen. Mit der ganzen Familie wurde in Etappen ganz Österreich sowie die angrenzenden Länder rundherum bereist und den Kindern die Kulturgüter nähergebracht. Sie liebte das Schwimmen in den gemeinsamen Urlauben, besonders die Erlebnisse am Meer, blieben bleibend im Gedächtnis. Außerdem sang sie leidenschaftlich im Kirchenchor.
Auch die Vereine in der Gemeinde waren ihr ein großes Anliegen und sie war vielseitig aktiv.
Bis zur Pension war sie auch immer wieder Wein liefern unterwegs, manchmal auch mit dem LKW.

2007 erlitt Maria einen Schlaganfall und saß von da an im Rollstuhl.
2009 starb ihr Ehemann Karl nach 47 Ehejahren und von da an verbrachte sie den Winter bei ihrer Tochter Gabriele in Ansbach/Deutschland. Im Sommer genoss sie ihre Blumen und den Garten in Jetzelsdorf.
Als vor ca. 10 Jahren das Reisen beschwerlicher wurde, übersiedelte sie ganz ins Caritas Heim St. Ludwig in Ansbach in der Nähe von Gabriele. Wann immer es Norbert möglich war unternahm er bei seinen Liefertouren und Messebesuchen einen Abstecher zu ihr.
Am 24. März 2026 ging ihr letzter Wunsch, im Beisein ihrer beiden Kinder von dieser Welt zu gehen, in Erfüllung.


